Psychotherapie bei Endometriose und Adenomyose in meiner Praxis in Wien & online
Viele Frauen mit Endometriose und/oder Adenomyose haben einen langen Leidensweg hinter sich, bevor sie überhaupt erfahren, was die Ursache ihrer Beschwerden ist: Jahrelang starke Schmerzen während der Menstruation, beim Geschlechtsverkehr oder im Alltag. Und immer wieder die Rückmeldung, das sei „normal“. Also versuchten sie weiter zu funktionieren, die Ausbildung zu absolvieren, die Arbeit zu erledigen, die Beziehungen zu pflegen. Gleichzeitig blieb oft das Gefühl zurück, mit den eigenen Beschwerden nicht wirklich ernst genommen zu werden.
Wenn Schmerzen über lange Zeit keine Erklärung finden, kann das mehr verändern als nur den Körper. Ich erlebe in meiner Wiener Praxis, dass viele Frauen irgendwann beginnen, an ihrer eigenen Wahrnehmung zu zweifeln.
Endometriose und Adenomyose betreffen nicht nur den Körper, sondern sie können auch die Psyche, Beziehungen und das eigene Lebensgefühl beeinflussen.
Wie häufig ist Endometriose?
Endometriose gehört zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen und ist dennoch vergleichsweise wenig bekannt. Bei dieser Erkrankung wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter. Dieses Gewebe kann Entzündungen, Verwachsungen und starke Schmerzen verursachen. Bei Adenomyose wächst Gebärmutterschleimhautgewebe in die Muskelschichten der Gebärmutter ein.
Die Erkrankung ist weit verbreitet:
- Weltweit sind etwa 10 % aller Frauen im gebärfähigen Alter betroffen – rund 190 Millionen Frauen.
- In Deutschland leben schätzungsweise 2 bis 4 Millionen Frauen mit Endometriose.
- In Österreich sind etwa 120.000 bis 300.000 Mädchen und Frauen betroffen.
Das bedeutet: Etwa jede 8. bis 10. Frau im gebärfähigen Alter entwickelt Endometriose.
Warum Endometriose oft erst nach vielen Jahren diagnostiziert wird
Im Durchschnitt vergehen rund 7 bis 10 Jahre, bis Endometriose diagnostiziert wird. Viele Frauen erleben in dieser Zeit eine lange Phase der Unsicherheit. Beschwerden werden häufig zunächst als normale Regelschmerzen eingeordnet.
Betroffene hören nicht selten Sätze wie: „Regelschmerzen sind normal, da musst du durch.“ Die Folge kann sein, dass Frauen beginnen, ihre eigene Wahrnehmung in Frage zu stellen.
Gedanken wie diese sind vielen Betroffenen vertraut:
- „Übertreibe ich vielleicht?“
- „Bin ich zu empfindlich?“
- „Warum scheinen andere Frauen damit besser klarzukommen?“
Diese Erfahrung kann das Vertrauen in den eigenen Körper nachhaltig erschüttern.
Wie Endometriose die Psyche beeinflussen kann
Chronische Schmerzen wirken sich fast immer auch auf das psychische Erleben aus.
Viele Frauen mit Endometriose berichten von:
- dauerhafter Anspannung
- emotionaler Erschöpfung
- Frustration oder Wut
- Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit
Hinzu kommt die Erfahrung, über längere Zeit keine Erklärung für die Beschwerden zu haben. Gerade diese Kombination aus Schmerzen, Unsicherheit und wiederholten Enttäuschungen kann zu einem hohen psychischen Leidensdruck führen.
Wenn der Körper zum Stressfaktor wird
Viele Betroffene erleben mit der Zeit eine schwierige Beziehung zum eigenen Körper. Der Körper wird dann nicht mehr nur als Teil der eigenen Identität erlebt, sondern auch als Quelle von Schmerzen, Unsicherheit und Kontrollverlust.
Typische Gefühle sind:
- Enttäuschung über den eigenen Körper
- Wut oder Frustration
- das Gefühl, dem eigenen Körper ausgeliefert zu sein
Gerade bei chronischen Erkrankungen kann es deshalb wichtig sein, wieder einen anderen Umgang mit dem eigenen Körper zu entwickeln.
Endometriose und Sexualität
Ein Thema, über das oft wenig gesprochen wird: Endometriose kann auch die Sexualität beeinflussen. Viele Betroffene erleben Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Dadurch kann sich ein innerer Konflikt entwickeln: Einerseits besteht der Wunsch nach Nähe, andererseits entsteht Angst vor Schmerzen.
Mögliche Folgen können Rückzug aus der Sexualität, Schuldgefühle gegenüber dem Partner und Konflikte in der Beziehung sein. Diese Dynamik kann besonders belastend sein, wenn gleichzeitig ein Kinderwunsch besteht.
Auswirkungen auf Alltag, Ausbildung und Beruf
Chronische Schmerzen und Erschöpfung können auch andere Lebensbereiche beeinflussen. Viele Frauen berichten von Schwierigkeiten im Berufsleben, Ausfällen bei sozialen Aktivitäten und dem Gefühl, den eigenen Alltag schwer planen zu können.
Für Außenstehende sind diese Belastungen oft schwer sichtbar, weil Endometriose eine unsichtbare Erkrankung ist.
Warum psychotherapeutische Unterstützung hilfreich sein kann
Bei chronischen Erkrankungen wie Endometriose und/oder Adenomyose geht es nicht nur um medizinische Behandlung.
Psychotherapeutische Unterstützung kann helfen,
- belastende Gefühle zu verarbeiten
- Strategien im Umgang mit Schmerzen zu entwickeln
- das Vertrauen in den eigenen Körper zu stärken
- die Partnerschaft zu entlasten
- das eigene Leben trotz Erkrankung aktiv zu gestalten
Ich unterstütze Sie gerne dabei! Beiträge zum Thema Endometriose finden Sie auch auf meinem Blog.
