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15.06.2026 08:24

Erster Testlauf meines Online-Programms für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch beendet

In den letzten Wochen habe ich eine Idee umgesetzt, die mich schon länger begleitet: ein Online-Programm für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch. Vier Wochen, vier aufeinander aufbauende Module, live via Zoom in einer kleinen Gruppe. In diesem Artikel möchte ich dir einen Einblick in die Inhalte geben und zeigen, was dieses Programm für Frauen im Kinderwunsch leisten kann. 

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Viele der Themen, die im Einzelgespräch mit meinen Klientinnen immer wieder auftauchen, haben hier eine gemeinsame Sprache bekommen. Und es wurde einmal mehr deutlich, wie ähnlich viele innere Prozesse sind, auch wenn die äußeren Situationen ganz unterschiedlich erscheinen.

Dieser erste Durchlauf war bewusst als Test-Runde angelegt. Und gleichzeitig war er viel mehr als das. Es war ein intensives gemeinsames Arbeiten an einem Thema, das oft im Verborgenen bleibt und doch so viele Frauen tief bewegt.

Modul 1: Mein Leben "on hold" und der Umgang mit Kontrollverlust im Kinderwunsch

Viele Frauen starten in den Kinderwunsch mit der Vorstellung, dass eine Schwangerschaft früher oder später eintreten wird, wenn man es sich wünscht. Wenn das nicht geschieht, entsteht oft sehr schnell Verunsicherung. Und nicht selten die Frage: „Was stimmt nicht mit mir?“

Im ersten Modul ging es darum, genau hier anzusetzen. Die Wartezeit im Kinderwunsch als das zu verstehen, was sie ist: eine psychische Ausnahmesituation. Mit Unsicherheit, fehlender Planbarkeit und einem hohen emotionalen Gewicht.

Ein zentrales Thema war der Kontrollverlust. Für viele Frauen ist es das erste Mal im Leben, dass sie trotz großer Anstrengung und Verantwortungsgefühl nicht steuern können, wie sich etwas entwickelt. Diese Erfahrung kann sehr verunsichernd sein, ist aber kein persönliches Scheitern, sondern eine reale Grenze.

Gleichzeitig haben wir uns dem Gefühl gewidmet, dass das eigene Leben „auf Pause“ steht. Wenn sich vieles um Termine, Behandlungen und Warten dreht, geraten andere Lebensbereiche oft in den Hintergrund. Das zu erkennen und wieder kleine Räume für das eigene Leben zu öffnen, kann ein wichtiger erster Schritt sein.

Modul 2: Die emotionale Achterbahn verstehen und regulieren

Der Kinderwunsch ist selten emotional eindeutig. Hoffnung und Angst, Zuversicht und Zweifel, Freude und Trauer können sich innerhalb kurzer Zeit abwechseln oder sogar gleichzeitig da sein. Und diese Achterbahn der Gefühle kann furchtbar anstrengend sein. 

Im zweiten Modul ging es darum, diese emotionale Dynamik besser zu verstehen. Nämlich als verständliche Reaktion auf eine Situation, die von Unsicherheit und Bedeutung geprägt ist.

Wir haben uns angeschaut, welche Funktionen Emotionen haben und wie sie uns Hinweise geben können. Gleichzeitig ging es darum, einen Umgang mit intensiven Gefühlen zu entwickeln, ohne sie unterdrücken oder „wegmachen“ zu müssen.

Ein wichtiger Aspekt war auch die Erkenntnis, dass nicht jede Emotion reguliert werden muss, sondern dass es oft schon entlastend ist, sie einordnen und aushalten zu können. Ergänzend dazu haben die Teilnehmerinnen konkrete Tools kennengelernt, ihr Nervensystem in belastenden Momenten zu stabilisieren.

Modul 3: Stress, Angst und der Druck, alles „richtig“ machen zu müssen

Ein Thema, das nahezu jede Frau im Kinderwunsch begleitet, ist die Angst, durch Stress oder negative Gedanken die eigenen Chancen zu beeinträchtigen.

Im dritten Modul ging es darum, diesen Druck genauer zu betrachten und zu relativieren. Stress ist im Kinderwunsch oft nicht die Ursache, sondern die Folge einer belastenden Situation. Gleichzeitig entsteht häufig ein zusätzlicher Druck, möglichst entspannt und positiv sein zu müssen.

Diese Dynamik kann zu einer doppelten Belastung führen: Stress und Stress über den Stress.

Wir haben das Nervensystem verständlich eingeordnet und uns angeschaut, was Stress eigentlich bedeutet. Nämlich nicht als Gefahr, sondern zunächst als Aktivierung. Entscheidend ist nicht, ob Stress vorhanden ist, sondern wie gut es gelingt, immer wieder Momente von Regulation und Entlastung zu finden.

Ein weiterer wichtiger Teil war der Umgang mit inneren Haltungen wie Optimismus und Pessimismus. Viele Frauen erleben es als entlastend zu verstehen, dass sie nicht „richtig fühlen“ müssen, sondern dass auch Zweifel und Vorsicht eine Form von Selbstschutz sein können.

Modul 4: Ein psychotherapeutischer Notfallkoffer für akute Krisen

Im letzten Modul ging es um konkrete Unterstützung für die Momente, in denen es besonders schwer wird. Situationen wie ein negativer Schwangerschaftstest, das Warten auf ein Ergebnis, ein Arztgespräch oder auch Begegnungen mit Schwangerschaften im Umfeld.

Hier stand nicht das Verstehen im Vordergrund, sondern das Handeln im Moment.

Die Teilnehmerinnen haben einen psychotherapeutischen Notfallkoffer an die Hand bekommen, um sich mit einfachen, sofort anwendbaren Strategien in akuten Krisen selbst helfen zu können. Dazu gehören unter anderem körperliche Stabilisierung, der bewusste Umgang mit Gedanken, innere Ankersätze und vorbereitende Elemente wie ein persönlicher Notfallplan. 

Ein zentraler Bestandteil war auch eine Imaginationsübung, der helfen kann, das Nervensystem in akuten Belastungssituationen zu beruhigen.

Wichtig war mir dabei, zu vermitteln, dass es nicht darum geht, alles perfekt anzuwenden, sondern einen individuellen Zugang zu finden zu dem, was in einem bestimmten Moment hilfreich sein kann.

Viele Frauen erleben genau hier einen wichtigen Unterschied: nicht mehr völlig von ihren Emotionen überwältigt zu werden, sondern zumindest ein Stück weit handlungsfähig zu bleiben.

Was dieses Programm bewirken kann

Über alle Module hinweg ging es nicht darum, den Kinderwunsch „wegzumachen“ oder schwierige Gefühle zu vermeiden. Vielmehr stand im Mittelpunkt, einen anderen Umgang mit der Situation zu entwickeln.

Viele Teilnehmerinnen haben für sich mitgenommen:

  • ein besseres Verständnis für ihre eigenen Reaktionen
  • konkrete Möglichkeiten, sich in schwierigen Momenten zu stabilisieren
  • mehr Selbstwirksamkeit und weniger Gefühl von Kontrollverlust
  • und das Gefühl, mit ihren Erfahrungen nicht alleine zu sein

Gerade diese Kombination aus Verständnis, Einordnung und praktischen Ansätzen wurde als besonders hilfreich erlebt.

Viele Teilnehmerinnen haben rückgemeldet, dass sie sich weniger ausgeliefert fühlen und mehr innere Orientierung erleben. Nicht, weil die Situation sich verändert hat, sondern weil sich der Umgang damit verändert hat.

Wie es mit meinen Online-Programm weitergeht

Der erste Live-Durchlauf dieses Programms ist nun abgeschlossen. Und gleichzeitig ist er die Grundlage für meinen nächsten Schritt. 

Aktuell arbeite ich daran, das Programm zu erweitern und so aufzubereiten, dass es bald auch online zur Verfügung stehen wird. Zeit- und ortsunabhängig, im eigenen Tempo, mit allen Inhalten, Übungen und begleitenden Materialien. So kann jede Frau für sich entscheiden, wann und wie sie sich mit diesen Themen auseinandersetzen möchte. 

Hier findest du nähere Infos dazu und kannst dich ganz unverbindlich auf der Warteliste eintragen. 

Wenn du dich in diesen Themen wiederfindest und dir Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne in meiner Praxis in Wien sowie online dabei, einen Umgang zu finden, der wirklich zu dir passt.

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